Kann man den Sommer verlängern... - Reisemobilclub Schweiz

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Kann man den Sommer verlängern...

Reise-Berichte

Kann man den Sommer verlängern……

Diese Frage haben wir uns immer wieder gestellt. Bekannte von uns hatten im Sommer 2013 ihre Wohnsitz in der Schweiz aufgelöst, nachdem sie den Winter 2012/2013 in Spanien auf der Campinganlage marjalcostablanca, ca. 40 km südlich von Alicante verbracht hatten. Nach langem Überlegen entschlossen wir uns, den Versuch zu wagen, und machten uns am 10. Oktober 2013 via Deutschland und Frankreich auf den Weg an die Costa Blanca.

Wir erreichten nach 3 Zwischenstationen in Seurre, Saint Pourcain sur Sioule und Leucate-Plagenach ca. 1700 km am Sonntag 13. Okt. abends die riesige Campinganlage und bezogen den reservierten Stellplatz. Alle Parzellen sind ca. 100 m2 gross und verfügen über Strom, TV, Frischund Abwasseranschluss, so dass man das Fahrzeug während dem ganzen Aufenthalt nicht bewegen muss.

unser Stellplatz C020


Nun waren wir da, und am nächsten Morgen galt es, per Velo die ganze Anlage zu erkunden. sind ca. 1200 Plätze erschlossen, aber das ist eigentlich erst die Hälfte des ganzen Areals. Alle Strassen sind asphaltiert, und zum ersten Mal sahen wir Verkehrskreisel in einer Camping-Anlage. Am Nachmittag ging ich nach Catral in die Ferreria und kaufte mir einen Regler für die spanischen Gasflaschen (10 € ), und mit einem Stück Schlauch und einigen Schlauchbriden konnte ich dann die spanische Gasflasche anschliessen. (Die 11 kg-Flasche, ans Wohnmobil gebracht kostet 16 €).

Marjalcostablanca ist sehr international vor allem von Rentnern belegt, welche zum Teil nur die Wintermonate, oft aber auch das ganze Jahr im Wohnwagen,Wohnmobil oder Mobilhome hier leben. Sanitärgebäude, Schwimmbäder, Fitnesscenter, Tennisplätze, Boule-plätze, SPA-Bereich, WLAN, geführte Velotouren etc. alles im Preis inbegriffen.

Dank unseren E-Bikes waren wir fast täglich bei sommerlichen Temperaturen unterwegs und lernten viele umliegende Orte kennen. Eine dieser Touren führte uns nach Crevillente, wo wir durch ein richtiges Marokkaner-Viertel fuhren. Man spürte förmlich, dass Afrika nicht mehr allzu weit entfernt ist. Der Talkessel, in welchem sich die Camping-Anlage befindet ist sehr niederschlagsarm, kaum Regen. Aber die Spanier haben das irgendwann erkannt. Die ganze Ebene ist mit zwar alten, aber immer noch funktionierenden Bewässerungskanälen durchzogen. Wenn also ein Gemüsebauer Wasser auf seine Felder will, sagt er das dem „Wasservogt“, und der öffnet ihm dann den entsprechenden Schieber. Das soll angeblich jeweils 70 € pro Tag kosten. Durch diese Bewässerung können das ganze Jahr Mandarinen, Limetten, Granatäpfel, Artischocken und viele Gemüse geerntet werden.

So kamen schlussendlich fast unglaubliche 1400 Velo-Kilometer zusammen. Erfreulich dabei war, dass sich die Autofahrer uns gegenüber sehr rücksichtsvoll verhielten. Was uns immer wieder erstaunte war die Einstellung der Spanier zu ihrem schönen Land. Alles was nicht mehr gebraucht wird oder defekt ist wird einfach an der nächsten Ecke deponiert oder in den nächsten Bach geworfen.

Sehr erfreulich für uns war, dass wir zweimal Besuch von RMCS-Clubmitgliedern hatten. Zuerst klopften Rita und Hans Buser an der Türe. Sie waren ebenfalls auf einem Camping an der Costa Blanca. Tage später riefen uns Lucio und Brenda Berglas an, und auf unsere Frage:“ Wo seid ihr denn “erklärten sie uns sie seien auf dem alten Marjal-Camping, welcher ca. 25 km östlich am Meer liege. Am nächsten Tag kamen sie uns mit dem PW besuchen. Lustig dabei war, dass wir Tage zuvor per Velo auf diesem Rückreise, denn wir hatten meiner Mutter versprochen, spätestens an Weihnachten wieder zu Hause zu sein. So kam irgendwann der 13. Dezember, der Tag unserer Abreise. Wie von Lucio empfohlen, fuhren wir diesmal dem Meer entlang nach San Rafael del Rio auf den Stellplatz beim „Spätzle-Fritz“. Kennt angeblich jeder, nur wir nicht. Sehr gut gelegen, nur 5 km neben der Autobahn, bei Einkehr im Restaurant ist die Übernachtung gratis. Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Norden, immer dem Meer entlang, vorbei an riesigen Orangen und Mandarinenplantagen, wo die Ernte in vollem Gange war. Wir fuhren bis Platja d’Aro, ein guter Stellplatz am Rande der Ortschaft, im Winterhalbjahr kostenlos. Die Temperaturen sanken von Tag zu Tag. Weiter ging es Richtung Südfrankreich, das Rhonetal hoch bis nach Valence, wo wir auf dem Camping am Hafen übernachten wollten. Pech dabei war, dass dieser Camping vom 15. Dez. bis 15. Jan. geschlossen ist, und wir schrieben den 15. Dez. Gleich neben dem Camping betreibt ein ehemaliger Motorboot-Weltmeister seine Fahrschule, und nachdem er mir alle seine verstaubten Pokale gezeigt hatte, und ich ihn mit 10 € bestochen hatte, durften wir auf seinem Parkplatz übernachten. Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Grenoble/Genf, wobei uns schon der Winter mit Nebel, Schneetreiben und Streusalz auf den Strassen begrüsste. Da das Wetter immer schlechter wurde, entschlossen wir uns, in Deitingen auf der Raststätte Deitingen-Süd zu übernachten, und nahmen den Rest der Heimreise am Sonntag unter die Räder. Obwohl unser schöner Carthago nicht mehr silberfarben sondern mattschwarz war, stellten wir ihn an seinem neuen Standort in die Halle und verschoben die Wäsche auf die nächste Woche.



Fazit der Reise:

Ja, man kann den Sommer auf diese Art verlängern, Wir haben viel neues gesehen, sind dankbar für 3500 km ohne Probleme, Spanien eignet sich gut, wir hatten in 2 Monaten zweimal kurz Regen, Temperaturen bis Mitte Dezember immer noch 20 bis 25 Grad. Wir würden das wieder machen, aber nicht mehr so lange am gleichen Ort, denn Spanien hat viele Camping-Anlagen und Stellplätze mit vernünftigen Preisen. Grundsätzlich gilt: Je länger man bleibt, desto günstiger sind die Tarife. Für weitere Informationen halten wir uns gerne zur Verfügung.

Evviva Espana, Februar 2014, Ruth & Ricci


+41 76 320 69 80



RMC-Schweiz
Im Haslerholz 9
CH-8172 Niederglatt

Aktualisiert am 19.10.2017
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